Ansprache des Bürgermeisters der Gemeinde Bous zum Neujahrsempfang 2012

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

 

die mitunter sehr hektische Vorweihnachtszeit, wird mittlerweile durch eine Fülle von Neujahrsempfängen abgelöst, bevor die Menschen bereits wieder in den Fastnachtstrubel eintauchen. Die Aktivitäten rund um den Landratswahlkampf sowie die Turbulenzen bei der Auflösung der Jamaika Koalition in unserem Land sorgen ebenfalls nicht für eine Beruhigung.

 

Umso mehr freue ich mich, dass Sie heute Abend den Weg hierher gefunden haben, um sich über die Geschehnisse in unserer Gemeinde zu informieren, vielleicht aber auch um den Klängen unserer heutigen Band, der „Old Grandpa Hooks Jazz-Band“, zu lauschen oder einfach nur um Leute zu treffen.

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

 

wir blicken auf ein Jahr zurück, in dem ein „Super GAU“, also ein mehr als größter anzunehmender Unfall im Atomkraftwerk im japanischen Fukushima die ganze Welt erschütterte. Derzeit müssen Rettungsschirme für unsere gemeinsame europäische Währung gespannt werden.

 

Die Auswirkungen dieser Geschehnisse haben vielfältige direkte Auswirkung auf die Menschen in unserem Land und somit auf uns alle.

 

Aber auch im weitaus kleineren Kosmos unserer Gemeinde ist einiges geschehen und wird noch einiges geschehen.

 

Die spektakulärste Baumaßnahme in unserer Gemeinde ist sicherlich der Neubau der Schulturnhalle Mühlenscheib, der mit dem Abriss der alten Halle an gleicher Stelle eingeleitet wurde. Derzeit laufen die Baumaßnahmen planmäßig. Bei den Kosten haben sich bisher keine Überraschungen ergeben, so dass wir zuversichtlich sein können, dass sowohl den Kindern des Bildungszentrums als auch den Vereinen ab dem Herbst wieder eine vernünftige Sportstätte zur Verfügung stehen wird. Bei dieser Neubaumaßnahme verdient die Überreichung eines symbolischen Schecks in Höhe von 1 Mio. Euro durch Staatssekretär Georg Jungmann als Vertreter des Landes besondere Erwähnung. Durch diese Förderung erfährt die Gemeinde Bous eine deutliche Entlastung.

 

Ebenfalls am Standort des Bildungszentrums konnten die überwiegend energetischen Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpaktes abgeschlossen werden. Gleichzeitig wurde mit den Umbauarbeiten zur Schaffung von weiteren Krippenplätzen begonnen. Im Zuge dessen wird ein Durchgang zwischen Kinderhaus und Grundschule geschaffen. Die aufgrund zurückgehender Schülerzahlen nicht mehr genutzten Klassenräume werden künftig für die vorschulische Betreuung verwandt.

 

Ein Erfolgsmodell ist die Freiwillige Ganztagsschule. Bei einer Schülerzahl von insgesamt 224, besuchen 76 Schülerinnen und Schüler die Ganztagsbetreuung, das ist eine sehr hohe Quote von 34 %. Wir haben uns in Bous entschieden beide mögliche Modelle, also ein kostenfreies kurzes Angebot sowie ein hochwertig betreutes, längeres Angebot vorzuhalten und somit den Eltern die größtmögliche Wahlfreiheit gegeben.

 

Ebenfalls in Richtung Kinderbetreuung zielt die zweite große Baumaßnahme der Gemeinde: Am Kindergarten St. Raphael wird derzeit ein Erweiterungsbau zur Aufnahme von zwei weiteren Gruppen errichtet. Auch dies dient der Schaffung von 20 weiteren Krippenplätzen.

 

Durch die Erweiterung von Kinderhaus und St. Raphael ist die Gemeinde Bous in der Lage, die für 2013 gesetzlich geforderte Anzahl von Krippenplätzen anbieten zu können.

 

Der dritte Bouser Kindergarten ist auch gleichzeitig der betagteste. Am Kindergarten St. Peter wären in naher Zukunft Sanierungsarbeiten oder alternativ ein Neubau in einer Größenordnung von mehr als einer Million Euro fällig geworden. Aufgrund der jetzt schon sicher zu prognostizierenden Kinderzahl ist es aber auch möglich, ab Herbst 2013 die erforderlichen Kinderbetreuungsplätze in den beiden Einrichtungen St. Raphael und Kinderhaus zur Verfügung zu stellen. Nach konzeptionellen Vorüberlegungen gibt es derzeit konkrete Planungen, den Standort St. Peter aufzugeben und hierdurch hohe Investitions- und Unterhaltungskosten einzusparen. Viele Details sind noch nicht geklärt. Es können naturgemäß auch Unannehmlichkeiten für Familien, die in der Nähe des derzeitigen Standortes St. Peter wohnen, nicht ausgeschlossen werden. Aber wir erachten die Entfernungsstruktur der Betreuungseinrichtungen in Bous auch weiterhin als zumutbar. Über einzelne Härten wird man reden müssen.

 

Im Rahmen des engen Investitionsbudgets wurde ansonsten der 2. Bauabschnitt der Sanierung der Heiligenbornstraße als größte Maßnahme im Straßenbau realisiert.

 

Unterstützt durch eine Förderung zur Entflechtung von Abwasser und Regenwasser wird derzeit im Bereich um die Wassertretanlage im Naherholungsgebiet Heiligenborn sowohl in Bezug auf die Kanäle als auch auf die Gestaltung des Fußweges kräftig gebaut. Durch diese Förderung wurde die Gemeinde in die Lage versetzt, die bei dem Unwetter vom 06. Juni 2010 zerstörten Gehwege sanieren zu können. Es ist davon auszugehen, dass diese Naherholungsanlage im Frühjahr wieder hergerichtet ist.

 

Ebenfalls zum Abschluss kommen die vielfältigen Maßnahmen im Bommersbachtal. Nach der Erstellung des Dammes am Ententeich wurde der Weiher befüllt und die dort befindliche Brücke vom THW Saarlouis saniert. Die Brücke soll im Frühjahr einen Schutzanstrich erhalten, so dass auch im Bommersbachtal der vielfach unfertige Zustand sein Ende finden wird. Lediglich eine notwendige Baumaßnahme der Gas- und Wasserwerke wird noch durchgeführt werden müssen. Kurios in diesem Zusammenhang war die Tatsache, dass im Rahmen der notwendigen Genehmigungsanträge nahezu alle, seit Jahrzehnten bestehenden Einrichtungen in ihrer Existenz in Frage gestellt wurden. Doch mittlerweile konnten auch diese Unsicherheiten beseitigt werden und der Angelsportverein hat nun endlich wieder eine verlässliche Grundlage für die Ausübung seiner Aktivitäten, die wesentlich dazu beitragen, dass das Naherholungsgebiet ein Schmuckstück der Gemeinde Bous darstellt.

 

Eine lang diskutierte und häufig auch in Zweifel gestellte Investitionsmaßnahme wurde im vergangenen Jahr begonnen. Vor dem bestehenden Gebäude des Seniorenheimes hat die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken Anfang Dezember den Spatenstich zum Neubau der Betreuungseinrichtung durchgeführt. Gemeinsam mit einem sanierten Altbestand wird in Zukunft eine moderne und umfangreiche  Anlage zur Verfügung stehen.

 

In der Nähe des Seniorenheimes gibt es eine absolut unbefriedigende Situation bezüglich des Klosters Heiligenborn. Die Wirksamkeit des Verkaufs der Immobilie vom Orden an einen holländischen Investor beschäftigt derzeit die Anwälte. Die in Aussicht gestellte Einrichtung des Kinderhospizes in den Klosterräumen hat sich als kaufmännisch nahezu undurchführbar erwiesen. Dennoch hat sich der rührige Verein zur Förderung des Hospizes nicht entmutigen lassen und bietet sowohl durch die Satzung als auch durch die handelnden Personen die Gewähr, dass die bereits geleisteten Spenden im Sinne ihrer ursprünglichen Bestimmung eingesetzt werden.

 

Diskussionsbedarf gab es landesweit bei der Neuorganisation der Saarländischen Vollzugspolizei. Obwohl die Polizeiinspektion Bous auch künftig erhalten bleiben wird, machen sich die vorgesehenen Personalkürzungen dennoch bemerkbar. Bous wird eine der neun Inspektionen, die nachts nicht immer rund um die Uhr besetzt sein werden. Dies ist mit weiteren Einsparungsmaßnahmen ein Ergebnis, dass im Sinne der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger für unsere Gemeinde äußerst unbefriedigend ist.

 

Seit dem vergangenen Jahr ist die Gemeinde Bous alleiniger Standort der Erweiterten Realschule Bous-Ensdorf, der so genannten Marie-Curie-Schule. Damit entfallen für die Bouser Schüler in Klasse 5 und 6 die Fahrten nach Ensdorf. Dennoch wechselten im vergangenen Jahr mehr Bouser Grundschüler zur Realschule nach Schwalbach als nach Bous. Dies ist besorgniserregend, da in Zukunft der Erhalt der Schule von der Anzahl der Schüler abhängen wird. Einer von sicherlich mehreren Gründen für die geringere Attraktivität ist die Tatsache, dass in Bous - anders als in den umliegenden Realschulen - nicht mit Englisch als erster Fremdsprache begonnen werden kann. Wir bemühen uns derzeit gemeinsam mit Schulleitung und Elternvertretung dies zu ändern.

 

Davon, dass in der Marie-Curie-Schule eine gute Arbeit geleistet wird, konnte ich mich im vergangenen Jahr bei der Abschlussfeier überzeugen. Der nahezu vollständige Abschlussjahrgang, in dem jeder Schüler einen erfolgreichen Schulabschluss vorweisen konnte, war Zeugnis für eine erfolgreiche Bildungsarbeit. Für die nahe Zukunft gilt es, die Schule bei ihrem – vom Bildungsministerium ausdrücklich so gewollten – Bemühen zu unterstützen, ein erfolgreiches Profil zu entwickeln. Mit der neu einzuführenden Gemeinschaftsschule gibt es die Chance an einer Bouser Bildungseinrichtung das Abitur abzulegen.

 

In Hinsicht auf gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen war das vergangene Jahr von zahlreichen Aktivitäten geprägt. Mit Unterstützung durch unsere Hampitania und unter Beteiligung zahlreicher Akteure wurde der traditionelle Rathaussturm in den letzten Jahren zu einem Umzug mit anschließender generationenübergreifender Fastnachtsveranstaltung entwickelt. In diesem Jahr möchte die Gemeinschaft der Vereine, die das Oktoberfest ausrichten, am Termin des legendären Fischerballs eine neue Fastnachtsveranstaltung installieren. Ich würde mich freuen, wenn die sicherlich zahlreichen Kommunikationen der nächsten Wochen auch Ihr Interesse wecken würden. Bei der Organisation des Fastnachtsballes wird mit der Durchführung durch 15 Ortsvereine die gleiche Organisationsform Anwendung finden wie bei dem mittlerweile überregional bekannten Oktoberfest.

 

Gerade das Oktoberfest war im vergangenen Jahr ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender. Hierbei ist es kein Geheimnis, dass der Kaufmann Burkhard Schmidt sich weit über das Übliche hinaus engagiert hat, um gemeinsam mit den Vereinen und der Gemeinde ein Großevent zu realisieren.  Dafür gebührt ihm unser Dank. Nicht nur die unmittelbar Beteiligten wissen, was von ihm geleistet wurde.

 

Es ist weiterhin kein Geheimnis, dass Herr Schmidt zur Jahresmitte seine Aktivitäten nach Ensdorf verlagern wird. Umso mehr freut es mich, dass der neue Betreiber des Lebensmittelmarktes im Einkaufcenter – und ich begrüße heute erstmalig Herrn Klaus Fischer - seine Bereitschaft erklärt hat, gemeinsam mit dem Grundstücksbesitzer auch weiterhin das Oktoberfest zu unterstützen. Somit ist der Fortbestand dieses echten Dorfgemeinschaftsfestes sichergestellt.

Die mittlerweile traditionelle Maisause fand im vergangenen Jahr sehr große und sehr positive Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Die Neuerungen wie das Nachtrennen und die Teilnahme von Jugendlichen aus unserer Partnerstadt Quetigny waren eine Bereicherung. Der mit Begeisterung teilnehmende Schirmherr, Bildungsminister Klaus Kessler, lobte die Veranstaltung auch im persönlichen Gespräch in höchsten Tönen.

 

Der Kirchenchor „Cäcilia“ St. Peter feierte im vergangenen  Jahr sein 300-jähriges Jubiläum und ist damit der älteste Verein von Bous. Das anlässlich dieses Jubiläums durchgeführte Kirchenkonzert war sicherlich eines der kulturellen Höhepunkte im vergangenen Jahr.

 

An diese Stelle passt auch die Erwähnung, dass eine große Säule des Bouser Kulturlebens, der Männergesangsverein Concordia, im nächsten Jahr auf sein 110-jähriges Bestehen zurückblicken kann und dies dem Vernehmen nach auch gebührend feiern möchte.

 

Mit der art.bous betrat der Kulturverein Hokuta im vergangenen Jahr Neuland. Der erstmals ausgetragene Malwettbewerb, bei dem selbst das denkbar ungünstige Wetter der Teilnehmerzahl und der Qualität der abgelieferten Werke keinen Abbruch tat, war nicht nur nach Meinung des Schirmherrn - des Bouser Bundestagsabgeordneten Markus Tressel - ein sehr großer Erfolg und schreit nach Wiederholung.

 

Eine hervorragende Einzelleistung war die Erstellung und Herausgabe der Bouser Chronographie durch unseren Mitbürger Alfred Schon, der dadurch eine klaffende Lücke in der Heimatforschung geschlossen hat.

 

Neben der Maisause und dem Weihnachtsmarkt hat sich im vergangenen Jahr die Aktionsgemeinschaft um Maßnahmen zur Förderung des Bouser Gewerbes bemüht. Hier muss leider festgehalten werden, dass gut gemeinte und mit viel Engagement durchgeführte Aktivitäten der Bouser Geschäftsleute, insbesondere in der Kirchstraße und in der Saarbrücker Straße nur wenig Resonanz bei der Bevölkerung fanden. Zwei lange Freitage - einer im Sommer, einer im Dezember - wurden trotz flankierender Maßnahmen nicht gebührend angenommen. Trotzdem plant die Aktionsgemeinschaft für das vor uns liegende Jahr im Herbst eine Gewerbeschau in der Südwesthalle. Ich möchte bereits an dieser Stelle für diese Gewerbeschau werben.

 

Die Gewerbetreibenden im Ortskern haben etwas zu bieten. Wenn auch die Parkplatzsituation direkt in der Saarbrücker Straße alles andere als üppig ist, stehen doch mittlerweile auf dem Schulhof und - zugegebenermaßen provisorisch - am Bahnhof ausreichend Parkplätze zur Verfügung

 

Eine für viele unangenehme Entscheidung steht in naher Zukunft an. Im vergangenen Jahr gab es zwei Interessenten für das Gebäude des Bouser Hallenbades. Leider konnte keine der Verhandlungen zu einem positiven Abschluss gebracht werden. Waren es in einem Fall die nicht zu realisierende Rentabilität, so scheiterten die noch im Anfangsstadium befindlichen Planungen des zweiten Investors am bereits spürbaren Widerstand gegen die geplante Nutzung. Wir haben uns mit einem weiteren Experten in Sachen Immobilien zusammengesetzt und sind nach grober Analyse zu dem Schluss gekommen, dass eine wirtschaftlich vertretbare Nachnutzung angesichts des zu tätigenden Investitionsvolumens nahezu unmöglich ist. Dieser Tatsache werden wir uns mit dem Gemeinderat zu stellen haben.

 

Eigentlich wollte ich heute ein Thema auslassen, das droht, sich zu einer unendlichen Geschichte auszuweiten. Ich habe mich kurzfristig entschieden, Ihnen doch die neuesten Informationen zum Baugebiet „Links der Höhenstraße“ zu geben. Im vergangenen Jahr hatten wir nach einem aufwändigen Auswahlverfahren einen Unternehmer gefunden, der bereit war, das Baugebiet als Erschließungsträger baufertig zu machen. Eine Erschließung durch die Gemeinde ist bei unserer Finanzlage nicht zu stemmen und würde zudem die Allgemeinheit unverhältnismäßig stark belasten. Das Verfahren mit einem Erschließungsträger erfordert jedoch die Mitwirkung der Grundstückseigentümer. Diese konnte trotz intensiver Bemühungen des Erschließungsträgers auch mit unserer Hilfe noch nicht vollständig erreicht werden. Die bestehenden Vereinbarungen mussten daher aus Fristgründen wieder aufgekündigt werden. Ich hoffe dennoch aus vielen Gesichtspunkten, dass diese Angelegenheit in naher Zukunft zu einem für alle Seiten tragbaren Ergebnis kommen wird.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

es ist überflüssig, über die große Bedeutung des Stahlwerkes in Bous als Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler zu diskutieren. Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Industriebetriebes plant die Georgsmarienhütte eine Erhöhung der Kapazität sowie eine Ausweitung der Produktionstiefe. Damit verbunden ist auch die Ertüchtigung der Filteranlage.

Nicht nur an dieser Stelle habe ich mehrfach auf die dringende Notwendigkeit einer optimierten Zufahrt zum Stahlwerk Bous hingewiesen. Das zur Kapazitätserweiterung erforderliche Genehmigungsverfahren steht insbesondere unter dem Vorbehalt einer geänderten Zufahrt. Für die Menschen ist es wichtig, dass die Lkw von und zum Stahlwerk eine Verbindung zu den überörtlichen Straßen haben, ohne durch bewohntes Gebiet fahren zu müssen. Ich musste in der Vergangenheit neben optimistischen Nachrichten schon mehrfach die Zurücknahme von Zusagen der Landesregierung verkünden. Nun sah es bis vor kurzem so aus, dass die Straße über die Pulvermühle realisiert werden kann. Gemeinsam mit den Gemeinden Ensdorf und Schwalbach wurden Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Eine erforderliche Kostenermittlung weist derzeit die finanzielle Machbarkeit des Projektes aus. Durch Förderungen des Innen- und des Wirtschaftsministeriums und durch Beteiligung des Stahlwerkes würde die Gemeinde Bous von den Investitionen weitgehend entlastet. Leider hängt die Angelegenheit nun an Vorbehalten in der Gemeinde Schwalbach. Hier wird befürchtet, dass die Verlegung der Zufahrt von der Saarstraße zur Pulvermühle einen erhöhten Lkw-Durchgangsverkehr insbesondere durch die Bachtalstraße in Elm nach sich ziehen würde. Bei allem Verständnis für die Verkehrsbelastungen für die Menschen in unserer Nachbargemeinde hoffe ich, dass es uns in naher Zukunft gelingt, nachzuweisen, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Verlegung der Werkszufahrt und einer Verkehrszunahme in Schwalbach und Elm gibt. Ich hoffe auf eine Lösung im Sinne der Zukunftsfähigkeit eines Industriestandortes der Bedeutung nicht nur für Bous sondern für die gesamte Region hat.

 

Wir werden alles dafür tun, dass das Stahlwerk in Bous nicht irgendwann das Schicksal erleidet, wie die ehemalige Schlüsselindustrie im Saarland.

 

Am 30. Juni 2012 wird im Bergwerk Saar Schicht im Schacht sein. Dann endet eine über 250-jährige Ära der Industriegeschichte. Was definitiv nicht enden wird – und das hat mir der Vorsitzende Rainer Ladwein ausdrücklich versichert – wird die Pflege der Bergbautradition in Bous sein. Der Berg- und Hüttenarbeiterverein, einer der großen und aktiven Vereine in unserer Gemeinde, wird selbstverständlich weiter bestehen und mit seinen  Aktivitäten die Ortskultur aufwerten.

 

Wer durch den unteren Teil der Kirchstraße geht oder fährt wird nicht die Absenkungen und Risse an der Oberfläche übersehen. Wir hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach mit gefährlichen Erdeinbrüchen zu tun. Ursache ist das nach unseren Untersuchungen sehr marode Abwasserkanalnetz in diesem Bereich. Bereits vor drei Jahren wurde der Handlungsbedarf erkannt. Leider zwang uns die Finanzlage dazu, notwendige Maßnahmen nach hinten zu schieben. Wir haben nun eine Planung erstellt, bei der das Abwasserkanalnetz saniert wird. Im Zuge dieser Arbeiten erneuern die Gas- und Wasserwerke ihr Zuleitungsnetz. Die anschließend erforderliche Wiederherstellung der Oberflächen wollen wir zu einer verkehrlichen Optimierung und Aufwertung des gesamten Bereiches nutzen. Die Maßnahme ist grundsätzlich förderfähig und wird in den nächsten Tagen beim zuständigen Ministerium angemeldet. Um die Auswirkungen auf ansässige Gewerbetreibende und Durchgangsverkehr möglich gering zu halten, sieht die Planung eine durchgängige Befahrbarkeit während der Bauarbeiten vor. Die detaillierte Planung wird am 07. Februar in einer Informationsveranstaltung den interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Hierzu lade ich Sie bereits jetzt herzlich ein.

 

Die Situation der Abwasserentsorgung wird uns in Bous, und damit nehmen wir als Gemeinde keine Sonderstellung ein, auch weiterhin intensiv beschäftigen. Angesichts der nahenden vollständigen Fertigstellung des Hauptsammlers Bommersbachtal und dem damit verbundenen Aufruf zum Kurzschließen der Hausklärgruben, haben wir weite Teile der Kanäle in Bous verfilmt und in Teilbereichen erschreckende Ergebnisse zur Kenntnis nehmen müssen.

Hinzu kommt, dass die dramatischen Starkregenereignisse immer häufiger auftreten und viele Hausbesitzer unter Rückstaus und Überflutungen zu leiden haben. Die notwendigen Investitionen werden zwangsläufig die Abwassergebühren belasten. Es ist geplant, Sie auch über diese Situation detailliert zu unterrichten. Wir werden Ihnen hierzu weitere Informationen zukommen lassen.

 

Bezüglich der kommunalen Finanzen musste ich Ihnen nach einer deutlichen Erholung zu Beginn der vergangenen beiden Jahren Hiobsbotschaften überbringen. In der Abrechnung für das Jahr 2011 sieht es wieder besser aus. Nach ersten Zahlen scheint es möglich, dass - selbst nach Berücksichtigung der kalkulatorischen Abschreibungen - die Gemeinde Bous für 2011 jahresbezogen einen ausgeglichenen Abschluss vorlegen kann.

 

Die durchschnittliche Höhe der kommunalen Kassenkredite im Saarland lag zum 31.12.2011 bei 1623 € pro Einwohner. Mit weniger als 890 € pro Einwohner liegen wir in Bous deutlich unter diesem Wert.

 

Die Gemeinde hat jedoch - wie die meisten Saarländischen Städte und Gemeinden - ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen und in jedem Jahr Einsparungen nachzuweisen. Ich bin zuversichtlich, dass uns dies in 2012 mit einem ausgewogenen Mix an Ausgabeneinsparung und Einnahmenmehrung gelingen wird. Ich möchte aber gleichzeitig betonen, dass wir schon lange kein Eingemachtes mehr haben. Wenn sich die Situation der Kommunalfinanzen nicht grundlegend verändert, werden wir in nicht allzu ferner Zukunft Maßnahmen ergreifen müssen, die richtig wehtun.

 

Einen konzeptionellen Schritt in die Zukunft hat die Gemeinde Bous in der letzten Ratssitzung des Jahres mit der einstimmigen Verabschiedung des Gemeindeentwicklungskonzeptes  getan. Bereits in 2007 wurde ein Gemeindeentwicklungsprozess in Gang gesetzt. Aus diesem ist übrigens die Zukunftswerkstatt entstanden, aus der in der Folgezeit wertvolle Impulse ausgingen und  immer noch ausgehen.

 

Nach einem langen Aufstellungs- und Abstimmungsprozess wurde im Oktober in einem Workshop, an dem zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates, der Zukunftswerkstatt und auch interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, eine Endfassung entwickelt. Das nun verabschiedete Gemeindeentwicklungskonzept soll als grober Handlungsrahmen eine Richtschnur für die Maßnahmen der Gemeinde Bous bis 2025 bilden. Ein wichtiger Aspekt bei der Erstellung des Konzeptes - und dies ist auch vom Land so vorgegeben - sind die Maßnahmen zum Umgang mit den Auswirkungen der demographischen Entwicklung.

 

Ich lege Ihnen als interessierte Bürgerinnen und Bürger dieses Werk ganz besonders ans Herz. Bei Bedarf können Sie ein Exemplar bei der Gemeindeverwaltung abfordern.

 

Verfolgt man die Berichterstattung von den diesjährigen Neujahrsempfängen, so kommt fast überall der Ehrung, Anerkennung und Würdigung des ehrenamtlichen Engagements eine hohe Bedeutung zu. Auch unsere Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat dies vorgestern so gehalten. Ich halte diese Wertschätzung für absolut gerechtfertigt. Die Vielzahl der Aktivitäten, die uns im vergangenen Jahr unterhalten haben und die uns auch im kommenden Jahr erwarten, die kulturellen, sportlichen, karitativen und politischen Aktivitäten in unserer Gemeinde und nicht zu vergessen die Leistungen von Feuerwehr und Rotem Kreuz wären nicht möglich ohne das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die in ihrer Freizeit nicht nur an sich, sondern an ihre Mitmenschen denken. Ohne diese Leistung, die in einer Zeit des wachsenden Egoismus und der strengen Kosten-Nutzen-Bewertung alles andere als selbstverständlich ist, würde unsere Gesellschaft nicht mehr funktionieren.

 

Ohne die einzelnen Leistungen der vielen Ehrenamtler in der Gemeinde herabzuwürdigen, möchte ich in diesem Jahr exemplarisch die Aktivitäten der Zukunftswerkstatt nennen. Hier haben sich Bürgerinnen und Bürger nur zu dem Zweck zusammengeschlossen, um Verbesserungen für unser näheres Lebensumfeld zu erzielen. Mit Aktionen, wie der Sanierung der Schutzhütte am Schleiter Weg und der Fortführung der Biotopvernetzung sind sie sicherlich kein einsames Beispiel, aber doch stellvertretend für die Vielzahl von uneigennützigem Tun.

 

Für die vielfältigen Leistungen für das Gemeinwesen spreche ich an dieser Stelle allen ehrenamtlich und gemeinnützig Tätigen den ausdrücklichen Dank der Gemeinde aus.

 

Die Gemeinde Bous unterstützt ehrenamtliches Engagement in vielfältiger Weise. Dies geschieht überwiegend durch die weitgehend kostenfreie Zurverfügungstellung von kommunalen Leistungen und gemeindlicher Infrastruktur. Hierzu möchte ich insbesondere die kostenfreie Überlassung von gemeindeeigenen Räumen und Flächen sowie die kostenfreie Inanspruchnahme von Leistungen des Bauhofes nennen. Die Gemeinde Bous erhebt zum Beispiel immer noch keine Hallennutzungsgebühren für die Sport treibenden Vereine. Diese Leistungen sind dann gerechtfertigt, und ich halte sie auch noch in Zukunft für gerechtfertigt, wenn Sie ehrenamtliches und vor allem gemeinnütziges Engagement stützen. Gerade die Sportstätten sind es, wo der Bouser, insbesondere nach dem Wegfall des Hallenfreibades noch Leistungen seiner Gemeinde erleben kann. Jedoch möchte ich eindringlich appellieren, dass der Verzicht auf Hallenbenutzungsgebühren absolut nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden kann. In Zeiten von Haushaltssicherungskonzepten stellt diese Unterstützung ein enormes Entgegenkommen der Gemeinde dar.

 

Der Neubau der Turnhalle Mühlenscheib wird Anlass sein, die Gerechtigkeit der Hallenvergabe auf den Prüfstand zu stellen und die noch aus den siebziger Jahren stammende Hallenverteilung im Sinne einer bedarfsgerechten Vergabe zu verändern. Gerade in Zeiten explodierender Energiekosten kann es keine Erbhöfe mehr geben. Als Grundsatz muss gelten:

 

Wer viel tut, soll auch viel in Anspruch nehmen können.

 

Und noch einen weiteren Wunsch möchte ich an dieser Stelle äußern. Die Gemeinde verfügt über einen engagierten Jugendpfleger. Kai Thiel bemüht sich äußerst erfolgreich Freizeitmaßnahmen und Veranstaltungen für Jugendliche, die nicht in Vereinen engagiert sind, durchzuführen. Ein wachsendes Ferienprogramm sowie mehrere Turniere wie die „Sports Night“ seien nur beispielhaft genannt. Leider waren die Teilnehmerzahlen beim runden Tisch der Vereine und insbesondere bei einer eigens angesetzten Jugendvollversammlung mehr als überschaubar. Hier würde ich mich über eine stärkere Beteiligung im Sinne einer notwendigen Vernetzung von Aktiven und Zielpersonen der gemeindlichen Jugendarbeit freuen.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

die Anforderungen an eine Kommune wie Bous steigen bei unzureichender Kapitalausstattung kontinuierlich. Wir mussten in der Vergangenheit zahlreiche Standards alternativlos aufgeben. Unser Hallenfreibad ist das plakativste Beispiel. Darauf zu hoffen, dass unsere Finanzausstattung sich deutlich verbessert, ist Utopie. Die Berichterstattung aus Politik und Wirtschaft zeigt, dass die Zeiten, in denen die Gebietskörperschaften bei den Spielregeln der Kapitalmärkte außen vor sind, bald der Vergangenheit angehören werden. Ich bin mir sicher, dass das Rating „Triple A“, das wir derzeit bei Kreditvergaben faktisch noch genießen, sehr schnell auf dem Prüfstand stehen wird. Die Erfahrung gerade der letzten Monate zeigt auch, dass derjenige, der seine Finanzen nicht in den Griff bekommt, sehr schnell fremd bestimmt wird. Unser Streben wird es sein, ohne Aufgabe sämtlicher Aktivitäten, die das Leben lebenswert machen, eine gesunde Mischung aus Einnahmenmehrung und Ausgabendisziplin beizubehalten und fortzuentwickeln. Nur so werden wir den Anforderungen der Zukunft gewachsen sein. Wir dürfen den nachfolgenden Generationen weder einen Scherbenhaufen noch einen Schuldenberg hinterlassen.

 

Ein Element das sich positiv auswirkt, ist das vorhin beschriebene ehrenamtliche Engagement, das man nicht durch übertriebenes Kaputtsparen zerstören sollte.

 

Ich habe mich vorhin ausdrücklich bei allen ehrenamtlich Tätigen bedankt. Ich möchte hier meinen Dank auch an die  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde richten, die an den vielfältigsten Stellen tätig sind und dafür sorgen, dass es in der Gemeinde im Sinne der Bürgerinnen und Bürger rund läuft.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

die bundesweit erste und bisher einzige Jamaika Koalition in einem Bundesland ist zu Ende. Vertreter von CDU und SPD kommen übermorgen zusammen, um die Weichen für die Zukunft unseres Landes zu stellen. Wünschen wir ihnen gute Entscheidungen zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger.

 

Für den Landkreis Saarlouis finden am übernächsten Sonntag die Wahlen zum Landrat statt. Der Landkreis führt zahlreiche kommunale Aufgaben durch. Mit der Kreisumlage fließen über ein Drittel der Ausgaben unserer Gemeinde zum Landkreis. Im Rahmen der vielfach geforderten interkommunalen Zusammenarbeit wird auch den Landkreisen weitere Bedeutung zukommen.

 

Ich bin der Meinung, dass am 22. Januar zwei gute Kandidaten zur Wahl stehen.

 

Geben Sie unserem künftigen Landrat den Rückhalt einer hohen Wahlbeteiligung!

 

Nehmen Sie Ihr demokratisches Recht wahr und gehen Sie am 22. Januar zur Wahl!

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

auch in diesem Jahr kommen Sie um das obligatorische Zitat nicht herum. Dieses hier stammt von dem von mir sehr geschätzten Schweizer Schriftsteller Max Frisch. Max Frisch hat übrigens 1943 ein Freibad geplant, das  in der Stadt Zürich, die bekanntlich nur unwesentlich wohlhabender ist als die Gemeinde Bous, immer noch in Betrieb ist.

 

 „Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, sehr verehrte Gäste, ich wünsche Ihnen und ihren Familien ein gutes Jahr 2012.

 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit